Photovoltaik und Wärmepumpe: Wie gut passt das zusammen?

Photovoltaik und Wärmepumpe: Wie gut passt das zusammen?

Wärmepumpe und Photovoltaik gelten als Traumpaar der Energiewende. Doch wie viel des Wärmepumpenstroms kommt wirklich vom eigenen Dach? Die ehrliche Antwort: weniger, als viele erwarten – und trotzdem lohnt sich die Kombination. Wir erklären, warum.

Das Grundproblem: Winter und Sonne

Eine Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, wenn es kalt ist. Die PV-Anlage erzeugt im Dezember aber nur einen Bruchteil ihres Sommerertrags. Im Ruhrgebiet liefert eine Anlage in den Monaten November bis Februar zusammen nur etwa 10 bis 15 Prozent ihres Jahresertrags. Deshalb deckt eine PV-Anlage typischerweise nur einen Teil des Heizstroms – oft im Bereich von 20 bis 35 Prozent, je nach Anlagengröße und Speicher.

Warum sich die Kombination trotzdem lohnt

  • Warmwasser im Sommer: Die Wärmepumpe bereitet im Sommer das Warmwasser fast vollständig mit Solarstrom.
  • Übergangszeit: Im Frühjahr und Herbst gibt es bereits viel Sonne und gleichzeitig Heizbedarf.
  • Höherer Eigenverbrauch: Mit Wärmepumpe steigt der Anteil des selbst genutzten Solarstroms deutlich – die PV-Anlage rechnet sich schneller.
  • Günstigere Netzentgelte: Wärmepumpen sind steuerbare Verbraucher nach §14a EnWG. Dafür gibt es eine Reduzierung der Netzentgelte.

So legen Sie PV-Anlage und Wärmepumpe richtig aus

Dach möglichst voll belegen: Mit Wärmepumpe ist der Strombedarf hoch. Eine größere PV-Anlage erhöht auch im Winter den Ertrag. Steile, nach Süden ausgerichtete Flächen liefern im Winter vergleichsweise viel.

Smart steuern: Viele Wärmepumpen haben eine SG-Ready-Schnittstelle. Damit kann das Energiemanagement die Wärmepumpe gezielt bei Solarüberschuss laufen lassen und Wärme im Pufferspeicher oder Warmwasserspeicher „parken“.

Speicher mit Augenmaß: Ein Batteriespeicher hilft vor allem in der Übergangszeit und im Sommer. Im tiefen Winter ist er selten voll – ein riesiger Speicher lohnt sich deshalb meist nicht.

Ein Beispiel

Ein Einfamilienhaus mit 4.000 kWh Haushaltsstrom und 15.000 kWh Wärmebedarf braucht bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 rund 4.300 kWh Strom für die Wärmepumpe. Mit einer 12-kWp-Anlage und einem 10-kWh-Speicher lässt sich der gesamte Strombedarf – Haushalt plus Wärmepumpe – häufig zu etwa der Hälfte selbst decken. Probieren Sie es mit Ihren Werten in unserem Rechner „PV + Wärmepumpe + E-Auto“ aus.

Elektrische Voraussetzungen

Wärmepumpe, PV-Anlage und eventuell eine Wallbox stellen hohe Anforderungen an den Hausanschluss und den Zählerschrank. Oft ist ein separater Zählerplatz sinnvoll, um vom günstigeren Netzentgelt zu profitieren. Diese Punkte sollten von Anfang an mitgeplant werden.

Fazit

PV-Anlage und Wärmepumpe passen gut zusammen – solange man realistisch plant. Den Winter-Strom deckt die Sonne nur zum Teil, aber über das Jahr gerechnet sinken die Energiekosten deutlich. Wir planen die PV-Anlage passend zu Ihrer Wärmepumpe und bereiten die Elektrik vor. Jetzt beraten lassen.

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