Süd, Ost-West oder Nord? Wie die Dachausrichtung den PV-Ertrag beeinflusst

Süd, Ost-West oder Nord? Wie die Dachausrichtung den PV-Ertrag beeinflusst

„Mein Dach zeigt nicht nach Süden – lohnt sich Photovoltaik trotzdem?“ Diese Frage hören wir häufig. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ja. Die Ausrichtung beeinflusst den Ertrag, aber weniger stark, als viele denken. Und manchmal ist eine Ost-West-Anlage sogar die bessere Wahl.

Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage im Ruhrgebiet?

Eine nach Süden ausgerichtete Anlage mit 30 bis 35 Grad Neigung erzeugt im Raum Waltrop, Dortmund und Recklinghausen etwa 900 bis 1.000 kWh pro kWp und Jahr. Das ist der Referenzwert, an dem sich alle anderen Ausrichtungen messen.

Ertrag nach Ausrichtung (Richtwerte)

  • Süd: 100 % – höchster Jahresertrag, starke Mittagsspitze
  • Südost / Südwest: etwa 95 %
  • Ost oder West: etwa 80 bis 85 %
  • Ost-West (beide Dachseiten): pro kWp etwa 80 bis 90 %, dafür doppelte Fläche
  • Nord bei flacher Neigung: etwa 60 bis 70 %

Die genauen Werte hängen von Neigung und Verschattung ab. Mit unserem PV-Konfigurator können Sie verschiedene Ausrichtungen für Ihr Dach direkt vergleichen.

Warum Ost-West-Anlagen oft unterschätzt werden

Eine Ost-West-Anlage erzeugt pro Modul etwas weniger Strom als eine Südanlage. Dafür verteilt sich die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag: Morgens liefert die Ostseite, abends die Westseite. Genau dann wird im Haushalt der meiste Strom verbraucht. Das Ergebnis:

  • höherer Eigenverbrauch auch ohne großen Speicher
  • geringere Mittagsspitze – wichtig seit dem Solarspitzengesetz, das die Einspeisung ohne Smart Meter auf 60 % der Leistung begrenzt
  • mehr Platz: beide Dachseiten können belegt werden

Da die Einspeisevergütung heute niedrig ist, zählt vor allem der selbst genutzte Strom. Deshalb ist eine Ost-West-Anlage wirtschaftlich oft genauso gut wie eine reine Südanlage.

Die richtige Neigung

Für Südanlagen sind 30 bis 40 Grad ideal. Steilere Dächer liefern im Winter etwas mehr, im Sommer etwas weniger – interessant für Haushalte mit Wärmepumpe. Auf Flachdächern werden Module aufgeständert: nach Süden mit etwa 10 bis 15 Grad oder als flache Ost-West-Aufständerung, die mehr Module auf die Fläche bringt und weniger Windlast hat.

Verschattung: der unterschätzte Faktor

Bäume, Gauben, Schornsteine oder Nachbarhäuser können den Ertrag stärker mindern als eine ungünstige Ausrichtung. Moderne Anlagen lassen sich so planen, dass verschattete Module die übrigen nicht ausbremsen – etwa durch eine geschickte String-Aufteilung oder Moduloptimierer.

Fazit

Ein Süddach ist schön, aber keine Voraussetzung. Ost-West-Dächer sind für den Eigenverbrauch oft ideal, und selbst flache Norddächer können sich lohnen. Entscheidend ist eine Planung, die Ausrichtung, Verschattung und Ihren Verbrauch zusammen betrachtet. Genau das machen wir bei jeder PV-Planung. Jetzt Dach prüfen lassen.

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